L.A.-Feeling
by Lis
Nun, es frühlingt doch zusehends, wie wunderbar. Dazu gestern abend das kleine Pre-Opening-Event zur “Pacific Standard Time. Kunst in Los Angeles 1950-1980″, eine muntere Ko-op des Martin-Gropius-Baus und der legendären L.A.-Institution The Getty Museum. Passte. Zumal ich mir Hockney & Konsorten nur zu gerne zu Gemüte führe. Hollywood-Idylle, einmal gebrochen bitte. Et voilà. Alleine der Eventcharakter der Chose stand meinem grundsätzlichen Verständnis eines gelungenen Ausstellungsbummels diametral entgegen. Großes Schaulaufen, gefühlt ganz Berlin samt brandenburgischem Umland quetschte sich durch die Räume. Der arme Hockney. Hat er auch nicht verdient. Gedrängel, Schubsen, Ellbogeneinsätze. Hipster fotografieren sich vor seinem Bigger Splash. Und Lieschen, gnadenlos unhip, begann das Quengeln. War damit aber nicht allein: die Vögelein auf der Bluse (Isabel Marant), durchaus ruhigere Gefilde gewohnt, stimmten entgegen ihrem Naturell mit ein. Rebellisch auch der Haarschopf: wer janz jenau hinschaut, bemerkt – eventuell – dass dieser seit jüngster Zeit nach unten hin leicht heller wird. Ein Novum, nennt sich, der einschlägigen Fachpresse zufolge, “Ombre Hair”. Naja, ihr wisst schon, so Lis-lag-zu-lang-am-Malibu-Beach-in-der-Sonne-mäßig. So die Idee der Geschichte. Jeans (Acne), Dicker-Boots (Marant), Gürtel (D&G) und Tasche (Marant) jedoch waren, wie üblich, unscheinbar. Und brav.
Nicht dass ich falsch verstanden werde: die Ausstellung – ich mein, Getty, hallo?! – per se ist, für jeden der mit der guten alten us-amerikanischen Popart der besagten Dekaden gut kann, ganz ganz großes Tennis. Neben Hockney warten u.a. (ich nenne nur meine Lieblinge, is klar) ein paar Wahnsinnsoeuvres von Sam Francis, Ed Ruscha sowie richtig tolle black/white Photographien von Dennis Hopper auf den Besucher. Unbedingt rein da! Läuft exactement bis zum 10. Juni diesen Jahres.




