Berlin Deine Höfe
by Lis
Wer ist eigentlich Martin? Sprechende Berliner Hinterhöfe, mythenumwoben. Im Zuge der Industrialisierung und deren klammheimlicher Schwester, der Urbanisierung, damals, 19. Jhd., entstanden sie, langsam, unausweichlich, die Mietskasernen. Hort und Höhle einfacher Angestellter, des Arbeitermilieus sowie deren Betätigungsanstalten: Kleines Gewerbe, Produktionsstätten. Dazu buntes Konglomerat an dunklen Gaststuben, Schenken, Etablissemangs. Filmtheater. Das Kreative erhält Einzug, Nachhut des Proletariats.
Später, leicht im Verzug, wie so oft, die literarische Aufarbeitung. Die Berliner Hinterhäuser, klassisch dreifaltig, werden zur Metapher. Irrwege der Armen, in Walter Benjamins Essay “Berliner Kindheit um Neunzehnhundert”: die Stadt als Labyrinth.
Dann: Heute, hier, Mitte. Das Schrammelige erhöht, die so eigene Ästhetik, kreative Urbanität, aus Verfall wird Werden. Bohème der 2000er, verzaubert, entzaubernd. Bobos – bourgeois bohemian – in Paradise (Thx, Mister D. Brooks). Bemühtes Air des I-couldn´t-care-less.
Die Lis so irgendwie zwischendrin, zweiter Hof, in schönster PJ-Manier. Tunisien (a.k.a Leinenshirt mit Knopfleiste) von Isabel Marant Étoile, Flatterhose von Filippa K., Ballerinas von Pedro García, Beutelbag von Isabel Marant, Vintage. Stichwort Bohemian, hier isses wieder. Madame Marants Schneiderkunst, auch die. Es droht, auf kurz oder lang: Persiflagen-Alarm. Dabei geliebt. Man nimmt sich nicht aus. Wie auch. Reflektion, notdürftig verhaftet im zu Hinterfragenden.







viereckiger blick zum himmel! sehr schön
exactement