urban notes

Mode & Lifestyle à la Berlinoise

Feiertag. Mix and Match

Ja, ich / man hackte auch am gestrigen Vater-Feiertag, Christi gen Himmel, in die Tasten. Brav, unreflektiert diszipliniert am heimischen Schreibtisch. Sprich: Arbeit. Vorerst. Nachmittags dann raus, aber flott. Einmal quer durch Mitte und wieder zurück.

In gepflegter Pärchenspaziergangsmanier über die schöne, altehrwürdige Berliner Museumsinsel. Vorbei an Bode Museum. ICE bricht sich Bahn. Großes Pergamon. Tradition meets heute. Ziel: Der Pei-Neubau des von mir ehedem hochgeschätzten Deutschen Historischen Museums mit seiner derzeitigen Ausstellung “Fashioning Fashion”. Sehenswert. Go & see.

Zur Feier des Tages (über meine Vorliebe zu allzu platten Wortspielen habe ich mich anderweitig bereits ausgelassen. ihr verzeiht) bekam meine weiße Jeans (rightyright: weiße Jeans) ihren ersten, lang ersehnten Ausgang. Man sollte vom Regen verschont bleiben, hatte dann doch nicht vor, sich irgendwelche begrasten Hänge hinunter zu kugeln: perfekte occasion würde ich mal sagen. Den Waschgang braucht sie jetzt, danach trotzdem, dringlich, hilft ja nix. Praktikabel ist anders. Nun: die Gänge der Mode, sie sind unergründlich. So trivial, so wahr. Jeans von Acne, Boots ebenfalls Acne. Pulli: auch. Dazu eines meiner liebsten Anhängsel: Freddy, der Totenkopf und güldener Kompagnon (vonhey). Was war da noch … Gürtel (American Apparel), Jacke (Isabel Marant). Beuteltäschchen, mais non: sac seau (ganz unten besser sichtbar, im Abendlichte) von Céline.

Abendlicher Ausklang mit dem – passend zum sonstigen Programm, wie sich datt so gehört, ich mag runde Geschichten – gepflegten Gläschen Tempranillo auf der Terrasse des Macke Prinz am Zionskirchplatz. Und schwupps wähnt man sich in mediterranen Gefilden. Am Rande von Berlins Mitte. Schön, das.

Schöne Sofia(s)

© LOUIS VUITTON / ANDREW DURHAM via Vogue.de

Wohl vergriffen, still so very beautiful: Sofia Coppola x Louis Vuitton. Gucken ist doch auch was wert. Und die sehr sofia-coppola-esquen (man denke an das ein oder andere Filmchen aus ihrer Regie: Leichtigkeit-Melancholie-Pastell-Puder) Bilder geben moodboard-technisch doch so einiges her, nicht? In diesem Sinne: Lovely Restfeiertag, Ihr süßen Hübschen.

Das Neue Schwarz

Vintage ist: „Das Neue Schwarz“! Guter Name, gute Leitidee hinter dem doch wirklich sehr ausgesuchten Sortiment der gleichnamigen Boutique für Handverlesenes aus avantgardistischen, dabei so namenhaften Häusern wie (Obacht: ein ordentlicher Anflug Ehrfurcht droht Modeweiblein und –männlein niederzustrecken): Comme des Garçons, Dries van Noten, Maison Martin Margiela, Marni, Helmut Lang. YSL, bisschen A.P.C und Isabel Marant lockern auf, liefern den Hauch Frankreich. Klassisch-lässisch, wie man (ja, auch ich, is´ klar ne) es kennt – und liebt.

Das richtige Auge für die begehrenswert erschwinglichen (das muss so, Vintage, ihr kennt das Konzept) lecker Sammlersahnestückchen gehört dabei Inhaberin und Jungunternehmerin Tanya Bednar. Alles entdeckt in/zwischen den Szenen der Kreativhauptstädte dieser Welt: von Berlin über London nach New York zurück nach Paris weiter gen Tokyo. Und, last but not least ergänzt das schöne Wien die cosmopolitisch anmutende Liste. Wien? Jo. Tanya, die einst in eben jener Stadt Konzeptkunst studierte, sich lange sozialpolitisch engagierte, gründete anno 2003 den Wiener Club Icke Micke, den sie bis heute erfolgreich betreibt.

Kreatives Vollblut, Allrounderin – all dies spiegelt sich in Tanyas Konzept ihres „Neuen Schwarz“. Die Vintage Idee findet sie „einfach gut, denn es geht um Recycling“, eine „Zirkulation der Waren.“ Intérieur und Ambiente dementsprechend: helle, warme Farben. Viel, viel Holz. Liebe zum puristischen und ökologischen Design, quoi.

Bestach der Store bislang durch die so heimelige, wenn auch eher versteckte Lage inmitten eines wunderschönen Hinterhofs in der heimlichen Berliner Modemeile, meiner liebsten Mulackstraße in Mitte, hat es die liebe Tanya dann doch Anfang März an die Straßenfront gezogen.

 

Geht mal hin, schaut mal rin:

 Mulackstrasse 38 , 10119 Berlin

Mo-Sat 12 – 20h

Tel: +49 (0) 30 27 87 4467

 http://www.dasneueschwarz.de

Rock-a-hippie

Unschuldiges Blümchen meets Schwarzgrau. Kleiner Gruß ans Cowgirl inklusive. Zumindest so oder so ähnlich die gestrige Gefühlslage, gespiegelt in strahleweißem, hippie-esquem Top vom Baumwollkontor aus Fronkraisch-Fronkraisch (mais oui: Comptoir des Cotonniers), Jeans und neuen Boots vom Schweden (klaret Ding: allet auf Acne). Briefumschlag-Clutch in glänzendem, feinen Schwarz (James Castle) und Bienen- (wahlweise: irrer Hasen-) Ring (Sabrina Dehoff). FR-SE-UK-D(-LU): Europäische Klamottenparty vor (gerade noch) abgerockter Kulisse, ein Musterbeispiel eines Hinterhofs à la Berlinoise. Man rückt zusammen.

Kleines Treter-Anekdötchen am Rande. Oben genannte Booties wurden im Laufe des Städtetrips vor noch gar nicht allzulanger Zeit, im innenarchitektonisch so unfassbar gut gelungenen Londoner Acne-Store (ein Haus, drei Stockwerke, le tout in Acne? Mittendrin: moi? Irres-wirres Grinsen macht sich breit) unweit des legendären Dover Street Market. Gleichnamige Straße. Und, nein, ich bin nicht die ganzen drei Stockwerke, ebensolche Schühchen an den Füßen, manisch mehrfach rauf-und-runter gehüpft. Ca. 62 Mal im Spiegel begutachtet. Gedreht, gewendet. Auf, ab. Irgendwas von wegen “steiles Schuhwerk” und “scharfe Teile” vor mich brabbelnd. Dem Boyfriend (welcher da geduldigst auf der Ledercouch lenzte) vorgeführt. Der so: “Jaja”. Da war´s, das unmissverständliche Go. Ich so: Na denn, immer rein da in die off-rosa Plaste-Tüte!

Marimekko Traumzeit

Bild via Marimekko

Ihr Damen, Mädels, Herren, Jungens: Ja, ich habe just eben – absolute Premiere, zum aller-, aber wirklich auch allerersten Mal in meinem ach so jungen Leben – Bettwäsche  auf´s heimische Bügelbrett gelegt. Nun, spätestens jetzt weiß ich, wo der Hase hinhüpft: ich bin nicht mehr Anfang Zwanzig. Und dann muss/darf man a-l-l-e-s bügeln. Doch doch. So etwas Schönes, und dann knittrig? Nee, oder? Frisch bezogener Frühling zum Reinlegen. Ich setz´ dann mal zum Köpper an. Modell Kaiku kunterbunten Finnen: Marimekko. Das frühlingsverheißende Motiv ist auch unverarbeitet, in pur zum fröhlichen Selbernähen erhältlich. Und als Duschvorhang. Und Serviette. Ach, was es nicht allet jibt ….

 Marimekko zum Reinschauen in Berlin in der Alten Schönhauser Straße 42:

Die quitschige Converse-Variante wäre auch noch mal eine Option. Nicht? Oder diese Liegestühle? Daraufhin Schatz (im Geiste, ich hör´ihn schon): Uns fehlt der passende Balkon, remember?! Ach ja, da war doch was. Alles wahre Träumchen. Freu ich mich auf mein Bette.

Zooey

♥♥♥♥

“New Girl” Zooey Deschanel: Sweet, still uber-cool (nicht wundern: Wortneuschöpfung auf urbanisch. Sagt man jetzt so. Da drüben.). Oder: Uber-cool, still sweet? Egal: Könnt ich nur, oh könnt ich nur auch so´ne Herzchenbrille tragen. Wie ganz früher. Damals war sie weiß. Kleines Problem: Sonnenbrillengläser in Herzform mit Stärke xxx? Mais noooon.

  ♥♥♥♥

Pic via ToChangeHorses

Schöne Symbiosen. Geburtstagsparty bei Jacks Beauty Department

As time goes by …. Nun, wahrlich kein Grund zur Melancholie. Hoch die Tassen: Jacks Beauty Department (remember?) wird just heute, an diesem schönen Tage, ganze drei Jahre alt. Grund genug, in Miris Store in der Prenzlberger Sredzkistraße bis in die (noch) lauwarmen, frühen Berliner Abendstunden hinein zu feiern. Prosecco, lecker Illy-Käffchen und himmlische Riesentorte in rot-weiß. Make-Up Fresh-Ups. Und vor allem: MYE Kosmetik zum fröhlichen, ausgiebigen Testen und Beschnuppern. Ebenfalls, ganz im Sinne des Kuchentraums – I love the way you look – in rot-weißem Kleidchen. Mit eben jener innovativen Kosmetiklinie hat sich Jacks Beauty Department anlässlich seines Wiegenfestes mitten im Hochzeits- und Wonnemonat Mai zusammengetan.

(Ok: Ich habe mir an dieser Stelle echt Mühe gegeben, mir allzu offensichtliche Drei-Mai-MYE-Wortspiele zu verkneifen. Allein: es macht so Spaß! Kinder!)

Soyons sérieux. Was macht MYE aus, was treibt MYE an? Innovation, Progression, ich habe es angedeutet. Die Firma setzt auf die solide Wissenschaft: biotechnologische Wirkstoffe, aus dem Labor – zack – in den Tiegel. Dabei kein überflüssiger Schnickschnack, sehr leichte, sprich: angenehme Konsistenz. Und, überaus wichtig für mein empfindsames Näschen: ein zwar wahrnehmbarer, aber dabei ganz dezenter, blumig-frischer (Maiglöckchen?) Duft. Ebensolche Merkmale spiegeln sich, auch dies wurde bereits am Rande erwähnt, im reduzierten, dabei stylishen Design der Töpfchen, Tübchen, Tiegelchen.

Frisch becremt wie beschwingt ging´s grad nach Hause, das Lieschen. Gespannt, was die weiteren Home-Tests noch so ergeben. Vielversprechend war sie ja schon, heute, die erste, zarte Berührung. Mit MYE im Mai. Pardon.

Pünktlich zum Jubiläum: Die neue Web-Präsenz von Jacks Beauty Department! Schön geworden.

Arty Arty Streetart

Jüngst, neulich, vor längerer, vergangener Zeit – Mann, wann war das noch? Ah, ja genau – in der Mulackstraße. Dann: Heute auf der Onlinepräsenz meiner liebsten ZEIT auf folgende Veröffentlichung gestoßen. Katsching! Aufgepasst, das Link-Karussel mutet euch gleich die ein oder andere Extra-Umdrehung zu. Aber: worth it. Doch, echt.

“Mädels raus aus der Hochglanzzone! Vor knapp zehn Jahren begann ein Street-Artist unter dem Pseudonym XOOOOX aus Modezeitschriften ausgeschnittene Models an Häuserecken und Eingänge zu plakatieren. So entstanden Werke, die sich der Mittel der Graffiti-Kunst bedienen, dabei aber die Ästhetik der Mode in deren Habitat, den Stadtraum, tragen. Die makellosen Mädchen der Magazine finden sich dank XOOOOX plötzlich auf rauen Wänden wieder – eine Parodie auf die in der Mode so wichtige Kunst der perfekten Inszenierung.”

ZEIT ONLINE zeigt einige der oh so wunderbaren streetarty Bilder aus dem Band XOOOOX, erschienen im Gestalten Verlag.

Endspurt! Fritz der Woche

Last, aber so was von nicht least: Anat Fritz´ und mein persönlicher Big Shot krönt das Ende unserer kleinen, feinen Kooperation. The biggest Fritz. Wunderschöner, mehr als geräumiger (45 cm x 44 cm) Leder-Weekender, getaucht in einen satten Cognacton. Summa Summarum: Wir haben es hier  mit einem regelrechten Weeker zu tun. Seltenes Exemplar seiner Gattung. Eine Woche dürfte – wenn man / frau zähneknirschend auf das dritte Paar Ersatzschühchen verzichtet, versteht sich – locker in der schnieken Großraumbag Platz finden.

Fairer Kostenpunkt: 389 Euros. Der Urban-Notes-Rabatt pendelt sich wie gehabt bei 10 Prozent auf den Orijinalpreis ein. Einzulösen bei: Anat Fritz in der Marienburgerstraße 27. Hurtig, hurtig, denn ewig stehen die hübschen, heimeligen Pforten des Pop-Up-Stores nicht mehr offen ….

Lücke

Der Philosoph, der tritt herein / Und beweist Euch, es müßt so sein: / Das Erst wär so, das Zweite so, / Und drum das Dritt und Vierte so; / Und wenn das Erst und Zweit nicht wär, / Das Dritt und Viert wär nimmermehr.

(…)

Nachher, vor allen andern Sachen, / Müßt Ihr Euch an die Metaphysik machen! / Da seht, daß Ihr tiefsinnig faßt, / Was in des Menschen Hirn nicht paßt; / Für was drein geht und nicht drein geht, / Ein prächtig Wort zu Diensten steht.

Mephisto, teuflisch weise, in good old Goethes Faust. Im: Studierzimmer.

Eng-land. Inmitten der zuweilen allzu umfassenden, undurchlässigen Mauern der Wissenschaft: Denkpause. Die geistige Seeschlacht (ja-ha) mit dem alten Griechen, A., soweit, vorerst überstanden, durchdacht. Mut zur Lücke, Credo des Tages. Tuch, seidiger Hauch von Katze (Lala Berlin), Sweater vom Schweden (Acne), Jeansrock (Isabel Marant). Fußpistolen (Acne).